Kleingartenverein "Klein-Biesdorf" e.V.

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Verfasst am 05.09.2019 um 12:22 Uhr

Biodiversität in der Kleingartenanlage

Im März 2019 wurde eine Koperationsvereinbarung zwischen der Stiftung Naturschutz Berlin und dem Bezirksverband Berlin-Marzahn der Gartenfreunde e.V. abgeschlossen. Beide Partner wollen auf dieser Grundlage einen aktiven Beitrag zum Erhalt und der Förderung der biologischen Vielfalt im Bezirk Marzahn-Hellersdorf leisten. In der Vereinbarung sind öffentliche Veranstaltungen und Aktionen der Kooperationspartner festgelegt unter dem Motto "Gemeinsam für biologische Vielfalt im Ortsteil Marzahn" und konkrete Aktivitäten dazu in den beteiligten Kleingartenvereinen.

So wird der KGV Am Kienberg e.V. zur Vermehrung seltener Wildpflanzenarten ab 2019 beitragen.


Am 31. August 2019 startete im KGV Am Kienberg e.V. eine große Pflanzaktion von Trockenrasenpflanzen, deren Samen aus Naturstandorten in Berlin und aus dem unmittelbar angrenzenden Brandenburger Land gewonnen wurden.

Es wurden ca. 1400 vorgezogene Pflanzen an einem Nachmittag in die Erde gebracht. Dies war nur in so kurzer Zeit zu schaffen, weil die Pflanzaktion im Rahmen des Projekts "Urbanität und Vielfalt" durchgeführt wurde. In das Projekt "Urbanität und Vielfalt" eingebunden sind die Humboldt Universität zu Berlin, die Universität Potsdam, die Philipps Universität Marburg und das Umweltzentrum Dresden. Die Projektarbeit ermöglichte es, dass studentische Mitarbeiter die Kleingärtner kräftig beim Pflanzen unterstützten. Die sehr motivierten Studenten kamen von der Humboldt-Universität zu Berlin, der Freien Universität Berlin und  von der Universität Potsdam und belegten  Studiengänge in den Bereichen Biologie oder Umweltforschung. Angeleitet wurden sie durch die Projektverantwortliche Anika Dreilich von der AG Botanik & Arboretum der Humboldt-Universität zu Berlin. Die AG Botanik hat acht Trockenrasenarten vorgezogen und dem KGV zur Pflanzung überlassen. Dabei handelt es sich um die Kartäuser-Nelke, das Berg-Sandköpfchen, das Blaugrüne Schillergras, die Tauben-Skabiose, die Gewöhnliche Grasnelke, die Skabiosen-Flockenblume, den Berg-Haarstrang und den Rauhen Löwenzahn.


Dank der perfekten Vorbereitung durch die Projektverantwortliche der Humboldt-Universität und die verantwortlichen Gartenfreunde und die Gartenfachberaterin ging die Pflanzaktion zügig trotz Außentemperaturen vom 30°C voran. Vorab hatten sich schon  alle Beteiligten einmal getroffen, das Gelände besichtigt, sechs Standorte für das Ausbringen der Pflanzen ausgewählt und Gartenfreunde für die Pflege der in die Rasenwege bzw. Trockenrasenschaufläche eingebrachten Pflanzen gewonnen.

Die Humboldt-Universität stellte Pflanzgut, Artenlisten, Pflanzplan, Gartengeräte und helfende Hände bereit und der KGV organisierte Getränke, Naschobst, Gießwasser und Pflanzhelfer.

Nach kurzer Begrüßung und gegenseitiger Vorstellung ging es gleich an die Arbeit. Knotenschnur zur Einhaltung der Pflanzabstände wurde ausgelegt, die Pflanzen wurden verteilt, eingepflanzt und gewässert.

Nur die Trockenrasenschaufläche war so hoch gewachsen, dass noch eine Mahd durchgeführt werden mußte, ehe neue Arten dort eingepflanzt werden konnten. Sogleich wurde festgelegt, dass die Trockenrasenflächen künftig im Frühjahr und im Herbst erst nach der Samenbildung gemäht werden dürfen.

Zum Schluß wurden für die Besucher der Gartenanlage an zwei Pflanzbereichen Info-Tafeln zu den Wildpflanzen aufgestellt.


Die Pflanzaktion hat allen Beteiligten Spaß gemacht und alle wollen in Kontakt bleiben und von Zeit zu Zeit die Ergbnisse begutachten und dokumentieren. Im Jahr 2020 erwarten alle sehnsüchtig die ersten Blütenstände und Samen. Dann wäre der Wunsch der Gartenfreunde in Erfüllung gegangen, sich an der Erhaltung bedrohter Wildpflanzen beteiligt zu haben und sie nicht nur vor, sondern auch im Garten willkommen zu heißen. Ein weiteres Plus der Pflanzaktion ist die Bereicherung des Nahrungsangebots für viele vorhandene aber auch neue Insekten der Kleingartenanlage.

Und wer die neue Blütenpracht nicht bis nächstes Jahr abwarten will, der kann an einigen Stellen in der Gartenanlage noch im September 2019 die Blüten des bereits vorkommenden Rauen Löwenzahn anschauen und mit etwas Glück die blühende Kartäuser-Nelke im Wuhletal finden.


Nicht nur für Insekten sondern auch für andere Tiere haben die Kleingärtner ein Herz. Noch 2019 sollen Fledermauskästen aufgehängt und Fledermausdedektoren angebracht werden.



Text / Foto:      Ursula und Klaus-Dieter Bernitz