KGV Theklaer Höhe e.V.
Verfasst am 09.05.2026 um 21:04 Uhr

Offizielle Gartenbegehung 2026 – Zwischen Vorbildgärten, guten Gesprächen und notwendigem Handlungsbedarf

Liebe Gartenfreunde, 


heute fand in unserer Kleingartenanlage die offizielle Gartenbegehung statt. Gemeinsam waren wir zu fünft unterwegs – bewusst in dieser Zusammensetzung, denn jeder bringt einen anderen Blickwinkel, unterschiedliche Erfahrungen und eigene Schwerpunkte mit. Genau das macht eine solche Begehung wertvoll: Sie dient nicht nur der Kontrolle, sondern auch dem Austausch, dem Lernen voneinander und dem gemeinsamen Erhalt unserer Gartenkultur.


Und eines dürfen wir ganz klar sagen: Wir haben heute viele wunderschöne Gärten gesehen.


Parzellen, in denen das Prinzip der kleingärtnerischen Nutzung vorbildlich umgesetzt wird. Liebevoll angelegte Gemüsebeete, gepflegte Obststräucher, Kräuterflächen und gleichzeitig blühende Stauden, Rosen und dekorative Gartenbereiche. Genau dieses harmonische Zusammenspiel aus Nutzgarten und Ziergarten macht den besonderen Charakter einer Kleingartenanlage aus. In vielen Gärten war deutlich zu erkennen, wie viel Herzblut, Arbeit und Leidenschaft investiert werden. Solche Parzellen bereichern nicht nur das Gesamtbild unserer Anlage, sondern zeigen auch, wie lebendig und vielfältig Kleingartenkultur sein kann.


Besonders positiv möchten wir auch die vielen Gespräche hervorheben, die wir während der Begehung führen konnten – sowohl an den Hecken als auch direkt auf den Parzellen. Natürlich gab es an einigen Stellen Gesprächs- und Diskussionsbedarf, doch diese Gespräche verliefen durchweg sachlich, respektvoll und konstruktiv. Dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken. Genau dieser offene und faire Austausch ist wichtig für ein gutes Miteinander in unserer Gemeinschaft.


Leider mussten wir aber auch feststellen, dass es weiterhin Parzellen gibt, bei denen dringender Handlungsbedarf besteht.

Besonders kritisch sehen wir die Verwendung von Altreifen als Pflanzgefäße oder Beeteinfassungen. Solche Materialien gehören aus gartenbaulicher und ökologischer Sicht nicht in einen Kleingarten. Reifen enthalten zahlreiche Schadstoffe und geben mit der Zeit Mikroplastik sowie weitere Rückstände an Boden und Umwelt ab. Gerade in Bereichen, in denen Obst oder Gemüse angebaut werden, widerspricht dies dem Gedanken eines nachhaltigen und naturnahen Gärtnerns.


Ebenso mussten wir feststellen, dass auf einigen Parzellen die kleingärtnerische Nutzung zunehmend verloren geht. Dort, wo im vergangenen Jahr noch Gemüsebeete vorhanden waren, wächst heute lediglich Rasenfläche. Dabei gehört der Anbau von Obst und Gemüse zu den grundlegenden Bestandteilen eines Kleingartens und ist ein wesentlicher Bestandteil des Kleingartengedankens.


Am Ende des Tages mussten insgesamt 26 Parzellen angeschrieben werden. Das ist keine Entscheidung, die leichtfertig getroffen wird. Niemand schreibt gerne Hinweise oder Aufforderungen. Dennoch tragen wir gemeinsam Verantwortung dafür, die Regeln der kleingärtnerischen Nutzung einzuhalten und unsere Anlage als gepflegten, naturnahen und gemeinschaftlichen Ort zu erhalten.


Die heutige Begehung hat gleichzeitig gezeigt, wie viel Engagement und Potenzial in unserer Anlage steckt. Viele Gärten sind echte Vorbilder und zeigen eindrucksvoll, wie nachhaltiges und kreatives Gärtnern aussehen kann. Dafür möchten wir allen danken, die ihre Parzellen mit Einsatz und Verantwortung pflegen und damit zum positiven Gesamtbild unserer Gemeinschaft beitragen.


Die Nachbegehung der angeschriebenen Parzellen findet am 27.06. statt. Bis dahin besteht ausreichend Gelegenheit, die angesprochenen Punkte umzusetzen. Wir hoffen, dass die Hinweise als Chance verstanden werden – nicht als bloße Kritik, sondern als gemeinsamer Weg, unsere Kleingartenanlage weiterhin lebendig, gepflegt und im Sinne des Kleingartenwesens zu gestalten.


Euer Vorstand