Kleine Chronik
Um das Jahr 1920 wurde ein Brachgelände der Knopschen Erben an der Roedernalle
von Kleingärtnern besiedelt. Aufgrund der damaligen Wohnungsnot entstanden auf
dem Gelände größtenteils Wohnlauben, teilweise mit staatlichen Zuschüssen.
Im Jahr 1926 gründeten die Kleingärtner unseren Verein und schlossen sich der
Kleingärtnerorganisation von Berlin-Reinickendorf an.
1932 - 1933 mußte die Kolonie an der Roedernalle, die zu dieser Zeit aus ca.90%
Wohnlauben bestand, von den Kleingärtnern geräumt werden. Dem Verein wurde
1933 vom Bezirksamt Reinickendorf das städtische Gelände zur Besiedelung
zugewiesen, auf dem wir uns heute teilweise befinden. Das Areal bestand aus zwei
Teilen, die durch einen mit Industriebetrieben bebauten Streifen getrennt waren.
Beide Geländeteile wurden mit großem Aufwand von den Kleingärtnern erschlossen.
Die Parzellenanwärter waren verpflichtet ca. 300 Stunden Gemeinschaftsarbeit zu leisten
um den Boden urbar zu machen und Wege anzulegen.
Während des 2. Weltkrieges, wurden in den Jahren 1942 bis 1945, 50% der bis dahin
entstandenen Wohnlauben durch Kriegseinwirkung zerstört, der Rest zum Teil schwer
beschädigt. Einige Kleingärtner mußten in diesen Jahren ihre Wohnlauben unter
schwierigsten Bedingungen mehrmals aufbauen, zumal sie oftmals auch ihre Stadt-
wohnungen verloren hatten.
Nach dem Krieg wurde auch die kleinste Fläche intensiv genutzt um die Ernährung
zu sichern. In dieser Zeit hat sich unser Verein an Sammlungen von Obst und Gemüse usw.
für Krankenhäuser, Altenheime und Waisenhäuser beteiligt.
In den Jahren 1945 bis 1946 wurde die Kolonie zum großen Teil durch Eigenleistung
elektrifiziert.
Einen weiteren Einschnitt in die Vereinsgeschichte brachte uns 1974 bis 1976 die Räumung
für den Schulbau an der Miraustraße sowie für den Neubau des Krankenhauses am
Nordgraben. Über die Hälfte des Vereinsgeländes ging verloren.
Ein Teil des Parzellenverlustes wurde durch Parzellenteilung bzw. Neu-Parzellierung im
Bereich des heutigen Promenadenweges aufgefangen.
Ein Anschluß an die Wasserversorgung der Berliner Wasserbetriebe erfolgte ab 1976 mit
dem Bau eines eigenen Rohrnetzes.
Die Beleuchtung der Wege wurde ab 1985 in Angriff genommen.
Mit dem Erwerb der Laube im Bahnweg Nr.6 steht uns seit 1993 ein eigenes Vereinshaus
zur Verfügung.
Nach diesem Rückblick auf unsere bewegte Vereinsgeschichte bleibt die Hoffnung auf
eine friedvolle Zukunft und einen gesicherten Bestand unserer Kolonie für
viele Jahrzehnte.