KGV Bergmannsgruß e.V.

Geschichte des Wächterhauses

1883 bekam die Scheunenstraße ihren Namen.
1898 teilte die Stadt mit, dass Gärten auf Ländereien des Hospitals "St. Johannis" angelegt werden können.

1899 wurden zunächst 25 sogenannte Johannisgärten von ca. 100m² auf dem Flurstück der Scheunenstraße angelegt.

1900 fand die 1. Erweiterung um 26 Gärten statt.

1904 wurde um weitere 28 Gärten erweitert.

Diese Anzahl Gärten bedeutete für die Hospitalverwaltung zusätzlichen Aufwand. Daher stellte die Hospitalinspektion am 19.09.1907 einen Antrag auf Errichtung eines Wächterhauses in der Kleingartenanlage. Die Bauerlaubnis wurde bereits am 12.10.1907 erteilt. Das Wächterhaus wurde daraufhin in den Jahren 1908 bis 1909 erbaut. Von den Bauzeichnungen, die August Ludwig Gustav Rieß anfertigte, gab es geringe Abweichungen beim Bau.

                   Vorderansicht

                    Seitenansicht

                    Hinterfront

                            1910

Im Obergeschoss wurde eine Wohnung mit Küche und Plumpsklo eingerichtet. Das Erdgeschoss nutzte man für eine Waschküche und Geräteräume.

Am 17.06.1909 konnte das Haus bezogen werden. Besitzer des Hauses war das Johannishospital. Vermietet wurde das Haus an sogenannte Wächter, die sich um die Belange der Anlage kümmerten, im Gegenzug vergünstigt wohnten und hauptamtlich noch unterschiedlichen Berufen nachgingen. Der Wächter vermittelte zwischen Verpächter und Gartennutzer, war für die Geräteverwaltung zuständig, überwachte die Ordnung sowie Sicherheit in der Anlage und war für die Kassierung der Pacht verantwortlich. Man baute dieses Wächterhaus, weil es von großem Vorteil war im Gartenbereich zu wohnen, um diese Aufgaben optimal bewältigen zu können.

1912 fand noch einmal eine Erweiterung um 27 Gärten statt.

Nach 1945 ging das Haus an die Gebäudewirtschaft über.

Bis 1974 wurde das Wächterhaus als Wohnhaus genutzt. Die Bewohner sind nur zum Teil nachweisbar.

Der Zeitpunkt der Versorgung des Wächterhauses mit Strom ist ungeklärt.

Seit dem Jahr 2000 hat der Verein das Wächterhaus über einen Erbbaupachtvertrag von 50 Jahren gepachtet und wollte dies für vereinstätige Zwecke nutzen, sanieren und der Öffentlichkeit zugängig machen. Neben der Einrichtung eines Archivs im Obergeschoss, sollten auch Vorstandsversammlungen darin abgehalten werden. Im Untergeschoss sollte ein Museum mit antiken Gartengeräten geschaffen werden, was auch für die Allgemeinheit geöffnet werden sollte. Für die Gartenfreunde wollte man eine kleine Werkstatt einrichten.

Im Jahr 2005 wurden am Dach des Wächterhauses sowie an der Innen- und Außenfassade durch ABM-Kräfte Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt.

2023 hatte eine freischaffende Pädagogin geplant, das Wächterhaus zu nutzen. Sie wollte im Obergeschoss kreative, naturnahe Kurse mit Kindern und Erwachsenen durchführen. Auch eine logopädische Betreuung sollte angeboten werden. Leider konnten diese Projekte nicht umgesetzt werden.

Da der Verein keine finanziellen Mittel aufbringen konnte, um den Verfall des Hauses zu stoppen, wurde das Haus 2024 wieder an die Stadt Freiberg zurückgegeben. Anschließend wurde das Dach saniert, sodass die Innenräume nun trocken sind.

Aktuell ist geplant, das Wächterhaus als eine Ausbildungsstätte zu nutzen. Mit Kindern und Jugendlichen könnten theoretische und praktische Angebote rund ums Thema Kleingarten durchgeführt werden und Fachberater könnten Schulungen abhalten. Auch gab es Anfragen von den Pfadfindern. Dazu muss vorher die Sanierung innen finanziert und geleistet werden.

Aufgrund seiner Einzigartigkeit und der Besonderheit, die es in der Entwicklungsphase des Kleingartenwesens darstellt, ist es auf der Liste der Kulturdenkmale gelistet. Neben dem weiteren Wächterhaus in der Silberhofstraße gelten diese beiden Häuser deutschlandweit als die beiden letzten ihrer Art.


Geschichte der Kleingartenanlage

Die Umfriedung der vorgesehenen Gärten mit einem Stängelzaun von 80m Länge übernahm ein Freiberger Baumeister. Auch an eine erste Wasserleitung wurde gedacht. Nach dem 1. Weltkrieg wurde der Hauptweg beleuchtet.

Für die Parzellen wurden Satzungen und eine Gartenordnung erlassen, die die Rechte und Pflichten der Pächter regelte und die Arbeitsweisen der zu wählenden Vorstände beinhaltete. 1909 leitete Herr M.K. als erster gewählter Vorsitzender den Verein.

In den Kriegsjahren 1914 bis 1918 appellierte man an die Gartenbesitzer, Gemüse anzubauen und kein ertragsfähiges Stück Land unbebaut zu lassen, um den Hunger und der Not entgegenzuwirken, die der Krieg mit sich brachte. Das Interesse nach einem Kleingarten stieg in dieser Zeit.

Nach 1918 wurden die Kleingärten für die Ernährung der Bevölkerung genutzt. So entstanden immer mehr Kleingärten.

1920 wurde durch die Freiberger Kleingartenvereine der Ortsverband der vereinigten Schrebergartenpächter Freibergs gegründet.

Etwa zur selben Zeit übernahm der Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler e.V. viele Vereine. Das hatte zur Folge, dass viele Vorsitzende ihr Amt niederlegten.

1945 endete der Krieg und der Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler e.V. wurde aufgelöst. Aufgrund der herrschenden Lebensmittelknappheit wurden viele ungenutzte Flächen als Gartenland genutzt und die Landesregierung Sachsen schützte die Kleingärtner vor Kündigungen. 11 Freiberger Gartenvereine, darunter auch die Scheunenstraße, haben sich zusammengeschlossen und die Vereinigung der Kleingartenhilfe Freiberg gegründet.

1946 übernahm die Kommune die Kleingärten.

In dieser Zeit bekam der Gartenverein den Zusatznamen "Bergmannsgruß". Dieser wurde 1949 bei einer Versammlung im Brauhof von 64 Anwesenden gewählt.





Übersetzung


Da sich unsere Gartenanlage inmitten

der Gruben befindet, schlage ich zur

Umbenennung  nachstehendes vor:

Kleingartenhilfe "Bergmannsgruß"

an der Scheunenstraße


Bernhard Spanke

Garten 35

Garten- und Kinderfeste fanden im Gartenverein vor dem Krieg statt. Während des Krieges und in den Nachkriegsjahren setzte man diese aus. Ab 1957 nahm man diese Tradition wieder auf. 

1959 gelang es den ca. 850.000 Mitgliedern, den Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK) zu gründen. Er übernahm die Betreuung und Anleitung der Kleingartenvereine.

1964 wurde das Spartenheim eingeweiht, welches zunächst nur für Versammlungen diente.

Später wurden ein Schank- und Lagerraum sowie ein Getränkekeller angebaut. Weitere Jahre später kam eine Sanitäranlage, ein Vereinszimmer sowie ein Lagerraum für Kohlen und Leergut dazu.

Dies führten die Gartenfreunde in unzähligen Arbeitsstunden durch.


1964 war auch elektrischer Strom in den Gärten vorhanden, aber da viele Pächter Strom nutzten, war das Leitungsnetz überlastet und die Sicherungen brannten durch. Da es eine Freileitung war, waren immer mehr Reparaturen notwendig.

Von 1986 bis 1989 erfolgte dann die Erdverkabelung.

1990 gründete man den neuen eigenen Kreisverband der Kleingärtner und Wochenendsiedler Freiberg e.V., später geändert in Regionalverband der Gartenfreunde Freiberg e.V.


Zwischen den Jahren 1990 und 1997 wurden der Zaun am Hauptgang und die Wasserleitung durch Eigenleistung des Vereins erneuert.








2024 feierte unser Kleingartenverein


sein 125jähriges Jubiläum.