KGV An der großen Eiche e.V.
Nachkrieg & Aufbau

Hunger und Wiederaufbau, die Ära Martin Winkler, der Ausbau der Anlage und die „Investruine“. 

1945 · 1953 · 1968 · 1981 · 1988


Kindergruppe 1953




DATUM 

EREIGNIS

07.12.1945
Der Vorstand berät über Bomben- und Wasserschäden, die zunehmende Verwilderung des Geländes sowie über Einbrüche und Diebereien. 
21.07.1946
Bemühungen um Zaun- und Baumaterial sowie um ein weiteres Flurstück sind fehlgeschlagen. Es lagen Anmeldungen von 74 Interessierten für eine Parzelle vor. Im Verein wurde in 28 Fällen eingebrochen, 184 Kleintiere wurden gestohlen.
12.10.1946
Die Stadt gibt das Abfischen der beiden Teiche zur Bekämpfung der Hungersnot frei. Eine Ratten- und Mäusebekämpfung wird durchgeführt.
15.11.1946
Das erste Nachkriegskinderfest wird durchgeführt: aus 145 Pfund gespendetem Getreide werden 550 Brötchen und 15 Kuchen gebacken. Die Tombola umfasste 550 Lose nur für Kinder. Jedes Kind bekam 1 Wurst, 1 Brötchen, 1 Stück Kuchen und 1 Los.
25.06.1947
Der Vorstand beschließt einen regelmäßigen Wachdienst; gegen Säumige werden Geldstrafen verhängt. Die Sitzung endete erst 0.30 Uhr.




1949–1953 

Die Jahre 1949 bis 1953



DATUM 

EREIGNIS

11.07.1949 
Ziegen, Hühner und Gänse dürfen nicht mehr auf dem Spielplatz weiden; Diebstähle werden mit Ausschluss bestraft.
30.11.1949
Beschluss einer zentralen Baumspritzung für Februar 1950; Anschaffung einer 100-Liter-Spritze. 
08.07.1951 
Appell in der Mitgliederversammlung, die Tierhaltung einzuschränken. 
07.07.1952 
Pro Garten nur noch 2–3 Gänse, die nicht mehr frei herumlaufen dürfen. 
16.11.1952 
Neuer Vorstand: Gartenfreund Kroszek wird Vorsitzender und löst den mit 84 Jahren ausscheidenden Arthur Körner ab. 
03.02.1953 
Zentrales Baumspritzen; Berufung von Bau-, Sommerfest- und Schätzkommission. 
05.04.1953 
Der Gesangverein „An der Pleißenaue“ wird als Kulturgruppe aufgenommen. 
25.07.1953 
Ein geplantes Kinder- und Sommerfest fällt wegen der aufgetretenen Kinderlähmung aus; das Radfahren im Verein wird verboten und für nicht geleistete Pflichtstunden werden 70 Pfg. pro Stunde erhoben.




1954–1967 

Die Jahre 1954 bis 1967 


Am 29.08.1954 wurde ein Sommerfest mit einem sehr reichhaltigen Kinderprogramm durchgeführt; vorher wurde auf der Wiese eine provisorische Tanzdiele errichtet. Am 03.11.1954 wurde vermerkt, dass die Errichtung der Hochspannungsleitung über das Vereinsgelände zu beträchtlichen Schäden an den betreffenden Gärten geführt hat. 


Der Verein hatte im Februar 1955 ein vorhandenes Bienenhaus gekauft und zu einem Lagerschuppen umgebaut. Die Pflichtarbeit wurde jährlich mit 4 Stunden festgelegt; je nicht geleistete Stunde war 1,00 DM zu zahlen. Am 07.02.1959 wurde der Gartenfreund Kurt Werner neuer Vorsitzender; die Pflichtarbeit wurde durch das Anlegen eines Buches zur Erfassung der Stunden besser organisiert. Es herrschte ein zäher Kampf um Material wie Zaunlatten und Dachpappe. Das Verlegen von Lichtleitungen in die Gärten wurde gestattet. Am 11.10.1959 wurde angeregt, einen Kinderspielplatz mit Wippe, Kletterstangen usw. zu errichten; es gab Probleme mit Gartenfreunden, die ohne Genehmigung mit dem Luftgewehr schossen. 


Unser Gartenfreund Rudolph Mahler wurde am 12.03.1960 von der Mitgliederversammlung als Kulturwart des Vereins bestätigt. Als erstes organisierte er ein Ostereiersuchen und am 12.11.1960 ein Herbstvergnügen im Lindensaal zu Markkleeberg. Im September 1960 war der Wasserleitungsbau im Vereinsgelände in vollem Gange. Am 19.06.1964 verkündete der Vorstand die Absicht, für jeden Garten eine Stromzuleitung bei Kostenbeteiligung durch den Pächter zu schaffen.




1968–1970  

Martin Winkler wird Vorsitzender – die Sparte wächst 



Am 17.03.1968 übernahm der Gartenfreund Martin Winkler die Leitung des Vorstandes. Mit ihm wurde vieles geschaffen. Mit seinen reichen Erfahrungen in der Vereinsarbeit hat er immer die richtigen Hinweise gegeben und auch stets ein offenes Ohr für alle Belange der Gartenfreunde gehabt. Unter seiner Leitung wurde im Jahr 1968 die Kantine wieder an der Stelle aufgebaut, wo sie vorher gestanden hatte. Den ersten Spatenstich vollzog das damals älteste Vereinsmitglied, der Gartenfreund Günther. 


Im Oktober 1969 begann für das Leitungskollektiv eine Phase besonders angestrengter Arbeit: Es stand fest, dass unsere Sparte mit einer Neuanlage erweitert werden sollte. 



Im Jahr 1970 teilte das Büro des Chefarchitekten der Stadt Leipzig mit, dass wegen des geplanten Wohnungsbauvorhabens Lößnig Flächenbeschneidungen an Gartenanlagen notwendig werden – nicht aber an der „Großen Eiche“, vielmehr sollte diese Anlage erweitert werden. Noch 1970 begann der Neuaufschluss und die Parzellierung der Neuanlage.





1970–1980 

Aufbau der Neuanlage – Ausbau der Struktur 


Im April 1970 sah eine Arbeitsentschließung den Wasserleitungsbau und die Schaffung eines Kinderspielplatzes vor. Im Jahr 1970 wurde die Tanzdiele auf der Wiese errichtet, ein Jahr später entstand auf der großen Wiese ein Kinderspielplatz. Im Jahr 1971 wurden in der Neuanlage die Stromleitungskabel verlegt und die Hauptwege ausgebaut. Am 30.06.1973 war die Wasser- und Stromversorgung über und unter Tage abgeschlossen. 


Am 03.10.1971 wurde der 40. Jahrestag des Gartenvereins mit 250 Gartenfreunden in der Gaststätte „Zur Linde“ in Markkleeberg gefeiert. Unsere große Eiche wurde am 18.02.1972 unter Naturschutz gestellt. Die Bewirtschaftung des Spartenheims wurde am 02.02.1975 aufgenommen; das Spartenheim wurde endgültig am 30.09.1980 übergeben.




23.10.1981 

Festveranstaltung zum 50. Jahrestag 


Im Jahr 1981 blickte unser Verein auf sein 50-jähriges Bestehen zurück. Aus diesem Anlass wurde am 27./28.06.1981 ein Sommer- und Kinderfest durchgeführt. Am 23.10.1981 fand im agra-Club die Festveranstaltung zum 50. Jahrestag des Vereins statt, wieder mit sehr guter Beteiligung und eingerahmt von einem ansprechenden Kulturprogramm.




1982–1988

Ein Spartenheim ohne Abschluss – die Investruine 


Unsere Sparte wurde am 05.01.1982 als anerkanntes Naherholungsgebiet ausgezeichnet. Während der Mitgliederversammlung am 30.01.1982 berichtete der Vorsitzende Martin Winkler, dass auf der Wiese ein neues Spartenheim gebaut werden soll. Dieses Vorhaben wurde von den meisten Gartenfreunden abgelehnt. 


Am 13.11.1985 beschloss der Rat der Stadt Leipzig die Errichtung dieses Spartenheimes für 5 benachbarte Vereine und den angrenzenden Wohnbezirk auf der großen Wiese. Der finanzielle Aufwand betrug 830.600 M. Der Verein verpflichtete sich zu 8.000 Stunden im Rahmen der volkswirtschaftlichen Masseninitiative und zu freiwillig bezahlter Tätigkeit in Höhe von 80.000 M. 



In der Wendezeit und in den Jahren danach stand auf unserer Wiese die „Investruine Spartenheim“ – ein fürchterlicher Anblick für uns alle und die vielen Besucher.



Im Jahr 1985 beginnt der Bau des Spartenheims durch Lehrlinge.

1988 wird der Bau ohne Abschluss abgebrochen. Zurück blieb eine Investruine.