KGV An der großen Eiche e.V.
Vereinsleben & Krieg

Leuchtturm und Segelschiff am kleinen Teich 1938

 


1935 / 1936 

Vereinsleben – die ersten Sommerfeste 


Im Jahr 1935 war die Einrichtung der Gärten im Wesentlichen abgeschlossen. Unsere Vorgänger fanden nun auch Zeit zum Feiern. In diesem Jahr fand das erste große Sommerfest bei sehr großer Anteilnahme der Bevölkerung statt. Das Sommerfest im Jahr 1936 fand unter dem Motto „An der Pleißenburg“ statt. Bei der Vorbereitung dieser Feierlichkeiten wurden viel Arbeit und Mühe nicht gescheut. 


Der Gartenverein hatte sich auf dem Terrain, wo sich heute der Geräteschuppen und das Lager befinden, eine Kleinkantine gebaut, die im Jahr 1937 vom Gartenfreund Tornau bewirtschaftet wurde. Hier kam so manche Skatrunde zustande. Dieses Kleinod wurde später durch Kriegseinwirkungen zerstört.



Das Sommerfest im Jahr 1936 fand unter dem Motto

„An der Pleißenburg" statt.

Kantine im Jahr 1937





1937 

Karneval


Am 16.03.1937 fand im Gasthof „Goldener Stern“ in Lößnig ein großer karnevalistischer Abend statt. Der Eintritt kostete 20 Pfg. Unser Gartenverein bestimmte in der Vorkriegszeit das kulturelle Leben in den Stadtteilen Lößnig, Dölitz und Dösen. Davon zeugen auch die Sommerfeste der Jahre 1938 und 1939.




1938 

Sommerfest – „Am Nordseestrand“


Im Jahr 1938 hieß das Motto des Sommerfestes „Am Nordseestrand“. Auf der Insel im kleinen Teich stand ein Leuchtturm, dahinter lag ein Segelschiff. Auf dem Teich verkehrten Boote. Eine besondere Attraktion war das Fahnenschwenken der Mädchen. Vor einem als Kulisse aufgebauten Strandhotel fand eine Theateraufführung für die Kinder statt. Viele Kinder hatten Seemannsmützen auf oder hatten sich als Matrosen gekleidet.



Die Mädchen auf dem Weg zum Segelschiff

Das Segelschiff auf dem östlichen Ufer des kleinen Teiches. Eine besondere Attraktion war das Fahnenschwenken der Mädchen. Im Hintergrund rechts die Gebäude des Parkkrankenhauses Dösen

Vorbereitung zum Taiziehen

Andrang am Bootsteg




1939 

Sommerfest – „Im Bayernland“ 


Das letzte Sommerfest vor dem 2. Weltkrieg wurde im Jahr 1939 unter dem Motto „Im Bayernland“ durchgeführt. An der Stelle, wo sich heute neben der großen Wiese das Gebüsch befindet, das zum Verstecken der Ostereier dient, wurde eine bayrische Gebirgskulisse mit einer Almenwirtschaft und einem Felsen aufgebaut. Der Felsen steht heute noch. Auf der Wiese wurden vor großer Zuschauerkulisse Volkstänze vorgeführt. Mit dem Feiern war es aber nun zu Ende, denn unmittelbar danach brach der 2. Weltkrieg aus.



An der Stelle, wo sich heute neben der großen Wiese das Gebüsch befindet, das zum Verstecken der Ostereier dient, wurde eine bayrische Gebirgskulisse mit einer Almenwirtschaft und einem Felsen aufgebaut. Der Felsen steht

heute noch.

Auf der Wiese wurden vor großer Zuschauerkulisse Volkstänze vorgeführt.

Mit dem Feiern war es aber nun zu Ende, denn unmittelbar danach brach der

2. Weltkrieg aus.



1936–1939 

Arbeit mit Kindern vor dem Krieg 


In den Jahren 1936, 1938 und 1939 wurden mit großem Elan Sommerfeste durchgeführt, die auch Höhepunkte für die Anwohner aus der Nachbarschaft waren. Dabei wurden auch Kinderprogramme mit integriert. Den Kindern wurde viel geboten.




1939–1945 

Die Jahre im 2. Weltkrieg und der Neubeginn 1945 


In den Jahren vor dem 2. Weltkrieg sind viele Menschen zur Freude und Erholung in unsere Anlage gekommen. Es gab zu dieser Zeit aber nicht nur Freude, denn auch aus unserer Anlage wurden Gartenfreunde wegen ihrer politischen Einstellung von den Nazis ausgeschlossen. Aus dieser Zeit fehlen leider Protokolle, weshalb die Namen der Betreffenden nicht bekannt sind. 






Dem Verein standen in der Nazizeit sog. Vereinsführer vor, die sicherlich selbst Nazis waren oder diesen sehr nahestanden. Aus den wenigen Unterlagen können folgende Ereignisse benannt werden: 


Im Winter 1939/40 wurde das Gelände unseres Vereins von starkem Hochwasser infolge langanhaltender Regenfälle heimgesucht, wodurch besonders unser großer Teich in Mitleidenschaft gezogen wurde. Dadurch waren durch die Gartenfreunde wieder große Anstrengungen nötig, um den Teich wieder in Ordnung zu bringen. 





Am 02.10.1944 wurde berichtet, dass die unzulängliche Beschleusung des Leinegrabens in unserem Spartengelände mit Selbsthilfe der Gartenfreunde durch einen offenen Graben ersetzt wurde. Die Sparte wurde verpflichtet, den Graben und die Durchlässe auf eigene Kosten ordnungsgemäß zu unterhalten. 


Nachdem Herr Hans Krauße als letzter Vereinsführer der Nazizeit aus dem Amt ausgeschieden war, wurde am 28.07.1945 Herr Arthur Körner im Alter von 77 Jahren der 1. Nachkriegsvorsitzende. Am 29.08.1945 erfolgte der entsprechende Eintrag in das Vereinsregister.



Jetzt setzte der schwere Neubeginn an, der von  den Menschen viel abverlangte. Die Zeit war geprägt von Hunger, Armut und Nöten.