Die große Eiche von 1686 und der Braunkohlenschacht Dölitz – die Wurzeln unserer Anlage.
1686 · 1894 – 1961

Die große Eiche von 1686 und der Braunkohlenschacht Dölitz – die Wurzeln unserer Anlage.
1686 · 1894 – 1961

VOR DER VEREINSGRÜNDUNG
Das älteste Datum weit vor der Vereinsgründung ist der 26. Juli 1686. An diesem Tage wurden an der Grenze zwischen Dölitz und Dösen 3 Maleichen gepflanzt. Damit wurde ein Streit zwischen den Dösener Bauern und dem Dölitzer Rittergutsherrn von Winckler beendet. Dieser Streit war entbrannt, nachdem der Rittergutsherr ohne Erlaubnis seine Schafe von der Schäferei Meusdorf über die Dösener Flur in seine zum Rittergut Dölitz gehörenden Wiesen, Felder und Fluren hinuntergetrieben hatte.

Zwei dieser Eichen mussten im Jahr 1929 gerodet werden. Die dritte steht heute noch. Sie hat unserem Verein den Namen gegeben. Im Jahr 1986 fand man im Garten Nr. 29 unserer Anlage einen Grenzstein mit der Gravur „W 1686“. Damit wird das Pflanzjahr dieser Maleiche bestätigt. Heute ist sie als Naturdenkmal geschützt. Sie möge uns noch lange erhalten bleiben.
VOR DER VEREINSGRÜNDUNG
Ein weiteres wichtiges, vor der Vereinsgründung liegendes Datum liegt im Jahr 1894. In diesem Jahr wurden auf dem Boden des Rittergutsbesitzers zu Dölitz, Major Georg Ernst von Winckler, erste Probebohrungen zur Untersuchung der Kohleflöze niedergebracht. Im Jahr 1895 erfolgte der erste Spatenstich für den Förderschacht Dölitz. Am 29.12.1902 wurde die „Gewerkschaft Leipzig-Dölitzer Kohlenwerke“ im Restaurant Kitzing und Helbig in der Petersstraße in Leipzig gegründet. Ab dem Jahr 1917 wurde der Schacht Dölitz als Eigenbetrieb der Stadtwerke Leipzig geführt.

In den Jahren 1920/21 wurde ein Antrag auf Grubenfelderweiterung gestellt. Die gewinnbare Kohlenmenge des erweiterten Kohlenfeldes lag nun bei 25 Mio. Tonnen. In den Jahren 1927/28 wurde als Verbindung zum E-Werk Süd eine Drahtseilbahn mit ca. 1,5 km Länge errichtet. Die Seilbahn beförderte Braunkohle vom Schacht ins Elektrizitätswerk und Asche zum Verfüllen der Brüche zurück zum Schacht. Nach kurzer Betriebszeit wurde die Seilbahn aufgrund massiver Beschwerden Lößniger Bürger wegen der Staubbelästigung stillgelegt.
Nach Abschluss der Senkung der Erdoberfläche über den ausgekohlten Bereichen wurde im Jahr 1930 die Genehmigung für die Errichtung der „Schachtgärten am Teich“ nördlich der Leinestraße als erste Kleingartenanlage für die Beschäftigten des Schachtes Dölitz erteilt.
Die letzte offizielle Förderschicht wurde im Schacht Dölitz am 13.06.1959 gefahren. Gegenüber den weiträumig erschlossenen Tagebauen in der Umgebung der Stadt Leipzig war die untertägige Kohleförderung unrentabel geworden. Jedoch bis Ende 1961 wurde neben den notwendigen Versatzarbeiten noch für den eigenen Kesselhausbedarf Kohle gefördert. Als einziger Sachzeuge des Braunkohlentiefbaus in Leipzig fixiert der Schacht zugleich den Beginn des industriellen Kohleabbaus im Stadtgebiet. Die mit dem planmäßigen Abbau ab 1905 auftretenden Geländeabsenkungen betrugen bis zu 6,5 m und führten zu erkennbaren Veränderungen des Landschaftsbildes in der Umgebung. 1975 begann die Sicherung und Umgestaltung der Senkungsfelder und es entstand der Freizeit- und Erholungspark Lößnig-Dölitz in der Nähe unserer Kleingartenanlage.

Der Schacht Dölitz in den 1920er Jahren

Der Schacht Dölitz heute

Die Belegschaft des Schachtes Dölitz am 01. Mai 1933